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Pressetext zum Jazz-Frühstück am 3. Mai 2009

Musik mit Nonsens

… Wettringen. In Göckes Garten ist immer was los: Nicht nur besondere Gewächse gedeihen dort unter der liebevollen Pflege von Bernadette und Werner Göcke, sondern auch kulturelle Blüten versprühen dort ihren ganz besonderen Duft. Am Sonntag feierte der Kulturverein „Tellerrand” mit den berühmten Jazz-Zwillingen „Ritski und Gerd” aus Münster seinen zweiten Geburtstag. Genau am 3. Mai 2007 hatte der Verein bei einem Stammtisch im Gasthaus „An de Bahn” mit 14 Mitgliedern die Gründung unterzeichnet. Seitdem schauen die Initiatoren regelmäßig über den „Tellerrand”.Sie haben in Wettringen schon viel auf die Beine gestellt. Die Gäste kommen inzwischen aus der ganzen Umgebung angereist, am Sonntag sogar aus Wesel.Martin Oskamp, Vorsitzender des Vereins, erinnerte sich sehr gern an die aktionsreiche Straßenmalerei, die Jazz-Veranstaltungen beim Tellerrandwirt Andreas Ardelt - und nicht zu vergessen die „Dietutnix” in der Bürgerhalle. Die Karten waren im Handumdrehen ausverkauft. „Wir sind offen für alles und freuen uns über jede Anregung,” sagte Oskamp. Ein Dank ging dabei auch an die Sponsoren, insbesondere die Volksbank, die den Kulturverein finanzkräftig unterstützt. Oskamp wies auf die regelmäßigen Treffen an jedem zweiten Mittwoch im Monat abends um 20 Uhr im Gasthaus „An de Bahn” hin. „Wir sind aber keine geschlossene Gruppe. Jeder ist willkommen, der eine Idee hat oder unseren Verein einfach nur unterstützen möchte”, betonte er den Grundgedanken des Vereins.Am Sonntag kamen 70 Gäste in Göckes Garten. Das überzeugte den Wettergott, von seiner feuchten Aussprache am Morgen Abstand zu nehmen. Er schickte sogar dezente Sonnenstrahlen zwischen die Wolkendecke. Die Besucher genossen ein erstklassiges, von den Tellerrandfrauen schmackhaft zubereitetes Buffet sowie unterhaltsamen Swing-Jazz von den Zwillingen, die seit ihrer Geburt als „erster Klon-Versuch” für Verwirrung sorgen. Ritski ging fünf Minuten nach der eigenen Geburt beim Anblick von Gerd ein Licht auf: „Deswegen war es vorher immer so eng.” Kurzfristig beschlossen sie: „Einer für beide, zwei Leben lang,” und halten das bis heute durch.Als Berufsmusiker verbreiten sie mit Matthias Fleige aus Laer (Posaune), Winne Voget am Klavier und Jebbe am Schlagzeug gute Laune und Freude an ihrer Musik. Ursprünglich spielten sie am Sonntag in der offenen Scheune, aber der Abstand zum Publikum wurde zu groß. Kurzerhand setzten sie sich nebeneinander auf Stühle aus Holzstämmen und ließen sich die Gesangstitel vom Publikum diktieren: zum Beispiel Mecki Messer, „in C-moll”, rief Gerd. Ritsi blies seine Saxophonbacken auf und entrüstete sich: „C-Moll gibt es gar nicht, und das weiß der immer noch nicht. A-Moll.” Und dann legten sie los - auf Mecki Messers Schneide.Sie variieren ihre Jazz-Musik mit allen Strukturen und Patterns aus den 30er- und 40er-Jahren. Darüber setzen sie aktuelle Licks und Hot Scales. „Die Texte schraubt sich Ritski aus seinem Kulturkopf,” sagte Bruder Gerd voller Stolz. „Er ist der Chef, der Messias”, schwärmte Jebbe. Ritski ist „die Stimme” und spielt Saxophon, Gerd Bass und Posaune. Der Ton zwischen ihnen passt sich ihrer Musik an, variiert zwischen cool und klassisch, nichts Genaues weiß man, am wenigsten sie selbst, so scheint es zumindest, aber vielleicht ist gerade das der Gag der Könner. Zum Beispiel, dass sie am Sonntag eigentlich in London auftreten sollten, aber Göckes Garten in Wettringen den Vorzug gaben. Ein tolles Kompliment für die Ausrichter. Netter Nonsens mit dem Fazit: Es war einfach nur schön!

Dienstag, 05. Mai 2009  |  Quelle: Münsterländische Volkszeitung (Wettringen)

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